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Auf Tuchfühlung mit der ersten FIFA Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent!

18.05.2010
Das Stadion in Pretoria braucht aber noch seine Zeit.
Das Stadion in Pretoria braucht aber noch seine Zeit.

In Woche 2 meines Praktikums ist mehr Spannendes passiert als ich bisher verraten habe. Ich lasse mich da auch gerne korrigieren, denn wenn ich darüber nachdenke habe ich eigentlich noch gar nicht berichtet was letzte Woche im Praktikantenleben passiert ist!?

Was liest man zurzeit in deutschen Zeitungen über Johannesburg, Kapstadt, Durban, Port Elizabeth, Bloemfontein, Rustenburg, Nelspruit, Polokwane oder Pretoria? Genauer gesagt, welche Meinung zeichnen deutsche Journalisten derzeit vom emotionalen und infrastrukturellen Zustand der südafrikanischen Republik weniger als einen Monat vor DEM Event auf das ganz Afrika seit Jahren hinfiebert?

Knapp 9000 Kilometer südlich von der schönsten Stadt am Rhein durfte ich beruflich das WM-Stadion Loftus in Pretoria  genauer unter die Lupe nehmen. Die T-Systems South Africa besitzt eine VIP-Box auf der vierten Etage und das Ausräumen dieser Box für die FIFA-Sponsoren musste überwacht werden. Und ich war dabei :-) Danke T-Systems, dass ihr einem Fussballliebhaber diesen Traum schon in der zweiten Praktikumswoche erfüllt habt!

Zuerst aber ein Update zum Team Corporate Marketing and Communications in Midrand: Mit Thohira sitzt mir in drei Metern Luftlinie mittlerweile unsere Netzwerkerin gegenüber. Good news: Als ehemalige arivia Mitarbeiterin (T-Systems kaufte das vorige Staatsunternehmen arivia Ende 2009) stellt Thohira viele alte und neue Kollegen einander vor. Alte Kollegen sind diejenigen T-Systems Mitarbeiter, die im bisherigen arivia Gebäude, dem sogenannten Block E, arbeiten; also 4 Kilometer vom Stammsitz der T-Systems entfernt auf der anderen Seite von Midrand. Bisher habe ich leider noch nicht die Chance gehabt, dieses zweite Office der T-Systems kennenzulernen; es herrschen dem Flurfunk zufolge allerdings ‘andere’ Arbeitsbedingungen als im Hauptsitz! Was das wohl heisst? Bad news: Bis Ende Mai wurde Thohira’s Vertrag in unserer Startelf nochmal verlängert. Danach wechselt sie nach aktuellem Stand zurück zu ihrem Heimatverein, dem Personalwesen. Wer klärt mich auf, was ist im HR-Bereich reizvoller als im Marketing und der Unternehmenskommunikation? Jedenfalls bemühe ich mich die übrigen Wochen meinen Charme zu nutzen, um sie vielleicht doch noch zum Bleiben zu bewegen. Dass bin ich ihr schuldig, sie hat mir schon einen Termin für eine Free-Soweto-Tour verschafft!

Mittwoch und Donnerstag hatten wir deutschen Besuch. Die deutsche Schule in Pretoria schickt ihre Zehntklässler zum Ausprobieren der Geschäftswelt für zwei Wochen in den Alltag fernab der Schule – zu uns kam Theo und wir haben ihn überzeugt, dass das Marketing spannender ist als der HR-Bereich ;-)

Warum nun macht die FIFA WM die Bereiche Unternehmenskommunikation und Marketing für mich so spannend?

Zum Einen faszinieren mich Sportevents als Kommunikations- und Marketingplattformen schon lange, sowohl aus der Sicht eines Fans als auch aus der Sicht eines BWL-Studenten. Zum Anderen gibt es für mich wohl kaum eine bessere Chance in die Kultur und Gedankenwelt von Südafrikanern einzutauchen.

Um ehrlich zu sein ist mein WM-Feedback zum heutigen Tag zwiegespalten, hoffentlich kann ich in ein paar Wochen Anderes von mir sagen. Der Vormittag im Loftus Stadion hat mir eindeutig gezeigt, dass bei der Bewertung der kommenden Fussball-WM ein anderer Massstab im Vergleich zur 2006er WM in Deutschland angenommen werden muss.

Für meine Bergriffe war das Stadion definitiv noch nicht bereit für die ersten Matches: Für den ‘Rasen’ würde man in einem deutschen Duden den Begriff Acker- und Weideland benutzen. Jeder ‘Flitzer’ würde ohne Probleme auf das Spielfeld gelangen und sich die Aufmerksamkeit von Millionen Zuschauern sichern – Absperrungen sind Mangelware. Kein einziger Sponsor würde derzeit Werbefläche für sein Geld sehen. Zur Beschilderung, Strassen- und Park&Ride Situation gibt es hier wenig bis nichts Positives zu sagen, ausser dass mit Hochdruck an allen Ecken und Enden gebaut und geteert wird. Insgesamt ist es meiner Meinung nach – trotz Mitte Mai - einfach zu früh ein Urteil zu fällen.

Nicht zu früh ist es allerdings dafür zu berichten wie die Menschen vorbereitet sind: BESTENS! Ich habe von meinem ersten Tag an wirklich ausnahmslos jeden Südafrikaner voller Vorfreude und Begeisterung erlebt. Auch wenn kaum jemand der Bafana Bafana einen Sensationscoup zutraut, also einen Sieg oder sogar den Einzug ins Achtelfinale. Das spielt auch nur eine untergeordnete Rolle, denn die Menschen hier in Johannesburg leben jetzt schon die Völkerverständigung und sehen in der WM eine riesige Chance für ein Zusammenwachsen der vielen verschiedenen Kulturen und Sprachen. Insofern bin ich definitv davon überzeugt, dass ein Monat Fussball viel bewegen wird und möchte jeden einladen, sich von der Begeisterung vor Ort mitreissen zu lassen!

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Was ist Ihre Meinung? Derzeit 4 Kommentare

  1. 1. Kathrin

    Kommentar vom 18. Mai 2010 um 09:28

    Wow, ein dienstlicher Stadionbesuch – das nenne ich mal ein tolles Praktikumserlebnis! :-) Bin gespannt, wie “Rasen”, Werbebanden usw in ein paar Wochen aussehen!

  2. 2. Thomas

    Kommentar vom 20. Mai 2010 um 09:01

    Hallo Jost,
    ich lese mit Interesse Dein Blog. Du scheinst Dich ja schnell einzuleben. Und die Südafrikaner machen es einem wirklich leicht damit.

    Vielleicht hast Du ja mal die Chance ein Rugby-Spiel live im Stadio zu sehen inklusive obligatorischem Aufwärm-Braai ;-) . Ein Erlebnis!

    Viel Erfolg und weiterhin tolle Erlebnisse!

    Grüße aus Midrand nach Midrand!

    Thomas

  3. 3. Jonas aus Kalifornien

    Kommentar vom 21. Mai 2010 um 18:42

    Lieber Jost,
    ich freue mich mehrmals wöchtenlich deinen Blog zu studieren und habe große Freude daran zu sehen, was du alles erlebst. Aber das schönste sind jedesmal die Shirts die du da anhast ( Huntington … or all the california stuff what you wear ) , da bist du doch direkt ein Stück näher !
    Ich vermiss dich hier drüben! Mach weiter so!
    Ganz viele Grüße aus SoCal. JonasBrother

  4. 4. Andrea

    Kommentar vom 26. Mai 2010 um 15:40

    Hi Jost,

    wow das ist ja echt der Hammer, was Du da alles erlebst :-) bin schwer beeindruckt- vor allem auch von den Ideen die Guiding Principles wirklich erlebbar zu machen- coole Sache. Werde gleich mal den Kollegen hier aus Deutschland informieren und ein best practice sharing mit Euch vorschlagen- sind wirklich super Sachen und verkleiden würden sich in Bonn und Umgebung doch sicherlich auch alle mal gerne- außerhalb der Karnevalszeit :-) verstehe ich ja nicht so recht, aber die Wies’n verstehen die meisten ja auch nicht – wenn man nicht aus München kommt.

    Liebe Grüße
    Andrea

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